Renate und Karl Reh

 

Wie hat denn alles begonnen?
RB: Frau Ottke, Frau Leyer und ich haben die Initiative ergriffen, beim damaligen OB, dass das Bad erhalten und geöffnet bleibt. Das war uns das allerwichtigste.


Wie haben sie das damals gemacht?

RB: Frau Leyer hat einen handgeschriebenen Brief an den OB geschickt, nachdem wir, also genauer ich, beim Bürgermeister abgeblitzt waren. Der OB wollte uns zurückverweisen an den Sozialbürgermeister. Aber wir haben ihn gebeten, das doch selbst und direkt zu klären. Und dann gab es einen Termin, den mein Mann dann mitgestaltet hat, unter anderem mit der Frage, was wir denn aufbringen müssen damit das Bad offen bleibt. Herr Vöhringer erwiderte: „jaaaa, man braucht eben Geld, 30.000 DM wären notwendig“ um diese Öffnungszeiten zu realisieren. Wenn das Komitee diese Summe aufbrächte, würde die Stadt, die gleiche Summe beisteuern.
RB: Im September hatten wir dann ein SommerfestDa konnten wir Vöhringer versichern, dass wir schon 27.900,- DM beisammen hätten und den Rest bist zum 31.12. auch noch aufbringen würden. Das hat ihn dann doch fasziniert. Frau Leyer frug, ob wir das Bad auch vermarkten dürften. Dem wurde zugestimmt. Und das war der Anfang. Ohne das alles gäbe es hier kein Bad mehr.


Sie meinen: „gar nichts mehr“?
RB: genau – jedenfalls kein Bad. Das Bad sollte abgerissen werden.


Wann ist denn der Freundeskreis gestartet?
RB: Der Verein ist am 6. März 2001 gegründet worden, weil inzwischen erheblicher Geldfluß stattfand. Bis heute sind etwa 600 000 € Investitionen vom Verein für das Bad aufgebracht worden. Dazu kommt jährlich eine Energie-kostenbeteiligung von 18000 €.


Jetzt muss ich sie noch ein bissl zum Bad fragen:
Wie oft schwimmen Sie denn selbst hier?
RB: Täglich
KB: Bis vor kurzem 1000m, aktuell begnügen wir uns mit 800 m.


Und haben Sie auch einen Lieblingsplatz im Bad?
RB: Das Bad IST ein Lieblingsplatz!!
KB: Lieblingsplatz??? Das Schwimmbecken. Die Sauna mag ich auch.
Was noch wichtig ist. Der Herr Vöhringer und wir waren im Anschluss an den Start hier auch eng befreundet, daher darf ich das sagen: Herr Vöhringer hat im Nachhinein zugegeben, dass er nicht gedacht hätte, dass wir das Geld zusammenkriegen. Und das Ganze habe ich dann in Gedichtform verewigt.


Gibt es das Gedicht noch?
KB: Ja klar, ich schicke es Ihnen per E-Mail zu. das darf auch gerne veröffentlicht werden. (HIER können sie es auch lesen :-)
KB: Und man muss auch sagen, dass es immer wieder Initiativen braucht. Zum Beispielwar meine Frau sehr hartnäckig und hat schließlich erreicht, dass man auch von oben über die Pfannkuchstr/Carl-Metz-Str. das Bad mit dem Auto errichen kann. Nach einigen Diskussionen, auch mit dem Gartenverein, hat der OB das umgesetzt! Viele Dinge sind nur mit Ausdauer und Nachdruck durchgesetzt worden. Auch weil mit Herrn Vöhringer dann eine gute Zusammenarbeit möglich war. Bis zum Schluss ließ er uns Grüße ausrichten.
RB: Übrigens war auch Prof. Dr. Sailer ein häufiger Gast hier und sagte mal zu mir: „Zeig mir doch jetzt mal Dein Bad“ Ich konnte nur antworten „Ich liebe es so, wie Du Deine Stadt“.
KB: Dies ist so ziemlich der einzige Verein, der die Stadt kein Geld kostet, sondern ihr Geld einbringt. Ich weiß, wovon ich spreche, ich habe die ganze Verwaltung gemacht und auch den Namen erfunden. Zunächst war das ja noch „Freundeskreis Rheinhafenbad“ bis wegen der Verwechslungsgefahr mit dem Rheinstrandbad der Name geändert wurde.

RB: Es war wirklich eine tolle Zusammenarbeit mit Gaby Leyer und Gaby Ottke. Weitere Vorstandsmitglieder waren, Bernd Antritter (Sportwart), Wolfgang Seitz (Finanzen), Karl Breh (Verwaltung) und im Beirat Gisela Kull. Vier Vorstandssitzungen jährlich und eine Mitgliederversammlung haben jeweils stattgefunden und traditionelle Veranstaltungen: röffnung, Sponsorenfest, 12-Stundenschwimmen, Geldübergabe, Adventsveranstaltung (Schließung des Bades).


Was würden sie dem Verein empfehlen?
RB: Vorsorgen, damit man wieder was bewegen kann, wenn die Stadt heute kommt und dringend erneuern möchte.
KB: Wir haben ja die Hälfte der Sauna bezahlt, den Dachgarten, einige Liegen, auch hinsichtlich der Statik musste ja einiges überprüft und verbessert werden. Da konnten wir gut helfen.
RB: Und mit Hilfe von Roland Hilner, der auch als Chef viel körperlichen Einsatz geleistet hat.


Und wenn eine gute Fee Ihnen drei Wünsche für das Sonnenbad schenkt?
KB: Dass es erhalten bleibt (auch in seiner Substanz) und im Rahmen des Möglichen verbessert wird. Am besten, auch ganzjährig geöffnet.
RB: Vor langer Zeit war mal der Herr Wäldele bereit bis 18.12. offen zu halten und am 3.2. wieder zu öffnen. Er hat im Übrigen auch die Mini-Sauna damals einrichten lassen. Am besten wäre im Dezember schließen, aber im Januar wieder aufmachen. Das könnte auch mal im Verein diskutiert werden. Es müsste dann vielleicht etwas mehr Eintritt kosten in dieser zusätzlichen Öffnungszeit.
Für mich ist ein Wunsch, dass wir weiterhin so einen Chef wie Herrn Oliver Sternagel haben, der das Bad und den Verein so gut unterstützt.
KB: Und die Öffentlichkeitsarbeit mit ein bisschen Brimborium beibehalten und immer mal wieder was veranstalten, wie z.B. die Eröffnung mit Sonnenbrillen und Regenschirmen, das war toll. Da hat Bernd Antritter auch immer wieder gute Ideen.


Vielen Dank für das Gespräch.

 

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Interview mit Renate und Karl Breh
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