Elke

 

Ich sitze hier im Kassenhäuschen mit Elke.
Liebe Elke, Wie lange bist Du denn schon dabei?
Elke: Ich in noch nicht so lange hier dabei erst seit 2012. Aber ich bin schon dreißig Jahre hier in der Gastronomie. Das alte Häuschen und das neue Kiosk habe ich seit 2003 mitgemacht.

 


Und wie kommt es dann, dass Du hier an der Kasse bist?
Elke: Ja das kam so, dass Roland Hilner der Badechef bei mir war und sich so ein bisschen beklagt dass er zu wenig Kassenpersonal hat und ich mit meinem vorlauten Mundwerk habe dann gesagt „och komm, das mache ich noch mit“. War eigentlich eher ein Spaß. Aber dann hat sich das innerhalb von 14 Tagen ergeben, dass ich hier an der Kasse mitgemacht habe.


Musstest Du viel lernen?
Elke: Herr Grundel war mein guter Lehrmeister. Ich hatte ein bisschen Angst vor dem Computer, ich kann den eigentlich abstauben und so aber damit umgehen… ;-). Und das ist ja hier gar nicht ohne. Aber inzwischen ist mir das in Fleisch und Blut übergegangen.


Was ist das Netteste was dir die Kunden sagen? Bei Dir kommt ja wirklich jeder vorbei.
Elke: Ich würde mal sagen. Ich habe eigentlich nur nette Gäste. Ich lache gerne, ich bin gerne aufmerksam und man darf nicht vergessen, ich bin schon seit ich mit 15 bei meinen Eltern mitgeholfen habe im Geschäft – und das macht es aus. Mein Vater sagte immer: Freundlichkeit ist das oberste Gebot. Ob es einem schlecht geht oder nicht: LÄCHELN. Im Rampenlicht wollen die Leute von mir ein Lächeln und nicht wissen ob mein Fuß dran ist oder nicht. Sie kommen hierher, sie wollen sich erholen. Das sollte sich jeder hinter die Ohren schreiben. Das geht einfach nicht anders.


Ich fühle mich hier ja auch immer aufgehoben, wenn ich an deiner Kasse vorbeikomme…
Elke: Ja, das ist einfach meine Welt. Überhaupt, mit Menschen, da merke ich, da lebe ich einfach auf und weiter, da fühle ich mich wohl.


Wenn ich jetzt hier so neben Dir sitze und die ganzen Leute, die eben schon hier ins Bad gekommen sind sehe, dann sehe ich einfach, dass sie sich wohlfühlen.
Was ist das Gemeinste was die Gäste Dir antun können?
Elke: Wenn man uns nicht beachtet und die Gäste so tun als wäre gar niemand in dem Kassenhäuschen drin. Als ich hier angefangen habe, habe ich zu meinem Mann gesagt: „Also das halte ich nicht lange aus, die Leute sind alle sehr seltsam hier. Das kenne ich vom Kiosk nicht. Ich weiß nicht, was da los ist“. Ich war dann so penetrant und habe mich immer aus dem Kassenhäuschen rausgelehnt und einen schönen Tag gewünscht. Und heute ist es ab und zu so, das hast Du vielleicht auch schon gesehen, dass die Leute, wenn ich mal hinten im Büro bin, an die Scheibe klopfen und sagen „also Tschüsle, wir sehen uns“.
Das ist mir wichtig, dass man für jeden ein offenes Ohr hat und füreinander da ist und das ist doch hier ein familiäres Bad. Das bleibt ja in der heutigen Zeit überall auf der Strecke. Wenn die Menschen hierherkommen und dann sind wir doch diejenigen, die die Gäste wieder ein bisschen in die Höhe ziehe müssen und sagen und zeigen „Mensch Leute bei uns ist es schön, da muss es Euch einfach gefallen“. Da machen wir hier eigentlich sehr gut. Das macht die ganze Crew.


Sind Freundeskreis-Gäste anders als andere?
Elke: Es gibt immer überall mal Stammgäste, die denken, sie haben ein Privileg, oder das Bad gehört ihnen. Das kann man immer in die Bahnen lenken. Aber das ist ja auch bei anderen Badegästen mit Saisonkarten so. Wir halten ja sowieso das Bad für ALLE Gäste bereit und machen es schön.


Dein schönster Platz im Bad?
Elke: Viele schöne Plätze. Für mich persönlich ist hier am kleinen Biotop. Ich schaue da rein und den Schildkröten zu und stelle fest: „Mensch, wie einfach ist die Welt“


Du hast angedeutet, du bist noch nicht lange da und bald wieder weg. Müssen die Badegäste jetzt auf Dich verzichten?
Elke: Ich bin jetzt 61, ich fühle mich zwar nicht alt, aber ich habe auch eine Verantwortung meinen Gästen im Kiosk gegenüber. Und wir sind hier an der Kasse inzwischen so gut bestückt. da kann ich dort wieder die Rundumversorgung starten. Jetzt bieten wir auch wieder die selbstgemachten Maultaschen an.


Mauls Maultaschen sind der Hit – weitere Empfehlungen?
Elke: Bei uns gibt es mehr als Würstchen und Pommes. Bei uns wird alles frisch gemacht. Wir sind nicht einfach NUR Ein Kiosk. Ich kann sagen, alles was mir schmeckt gibt es dort auch.


Wenn die Leute suchen, dann finden sie Dich dort?
Elke: Man wird mich nicht immer gleich sehen, aber man wird mich immer hören (lacht).


Wenn jetzt eine gute Fee käme mit drei guten Wünschen für das Sonnenbad…
Elke: Für das Sonnenbad selber, muss man vielleicht gar nicht so viel wünschen.
Vielleicht haben die Gäste Wünsche. Der Freundeskreis hat hier aber schon sehr viel gemacht. Wenn die Frau Breh nicht so hartnäckig gewesen wäre – ob das Sonnenbad noch bestehen würde – ich weiß es nicht. Immerhin gibt es schon 600 Mitglieder.
Vielleicht noch das eine oder andere Blümle, oder für den Saunagarten noch ein paar schnuckelige Sachen.
Für mich und meinen Kiosk wünsche ich mir was, wo man an kalten Tagen auch die Leute etwas bewirten kann. Irgendwas Schnuckeliges mit zwei Rattan-Tischen oder so.


Vielen Dank für das Interview.

 

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